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Amos

Sefaria · Tanakh > Prophets · 146 sections

  1. 7.1

    Gott der Herr ließ mich sehen, dass er die Heuschrecken zu schaffen gedenke, während der Grummet heranwächst; das spät gesäte kommt immer nach der Ernte der Königs[wiese].

  2. 7.2

    Nachdem [die Heuschrecken] das ganze Kraut der Felder aufgezehrt hatten, flehte ich: Ach, Herr Gott, verzeihe doch, denn wie könnte sonst Jakob bestehen, da es so winzig ist?

  3. 7.3

    Da bedachte sich der Herr darum. Es soll nicht geschehen, sprach der Herr.

  4. 7.4

    Dann ließ mich Gott, der Herr, sehen, Gott, der Herr, wollte Israel mit Feuer heimsuchen; das [Feuer] ergriff bereits die mächtige Tiefe und fraß die Äcker.

  5. 7.5

    Da sprach ich: Herr, o Gott, tue dies nicht! Wie soll Jakob bestehen, da es so winzig ist?

  6. 7.6

    Es bedachte sich der Herr darum. Auch das soll nicht geschehen, sprach der Herr.

  7. 7.7

    Dann ließ er mich schauen: Der Herr stand auf einer senkrechten Mauer und hielt in seiner Hand ein Senkblei.

  8. 7.8

    Da sprach der Herr zu mir: Was siehst du, Amos? Ich erwiderte: Ein Senkblei. Da sprach der Herr: Ich lege ein Senkblei an mein Volk Israel [ich will jetzt streng richten], ich werde ihm ferner nicht nachsehen.

  9. 7.9

    Veröden werden die Hügel Isaks und die Heiligtümer Israels zerstört; ich erhebe mich wider das Haus Jerobeams mit dem Schwerte.

  10. 7.10

    Amazja, der Priester von Bet-El, sandte zu Jerobeam, König von Israel, und ließ ihm sagen: Amos zettelt wider dich eine Verschwörung an im Reiche Israel; es vermag das Land nicht all seine Reden zu ertragen.

  11. 7.11

    Denn also spricht Amos: Durch das Schwert wird Jerobeam fallen, und Israel aus seinem Lande verbannt werden.

  12. 7.12

    Amazja befahl dem Amos: Seher, fort! fliehe nach dem Lande Jehuda und verzehre dort dein Brot und weissage dort.

  13. 7.13

    Aber zu Bet-El weissage ferner nicht mehr; denn ein Heiligtum des Königs ist es und eine Königsresidenz.

  14. 7.14

    Da antwortete Amos dem Amazja: Ich bin kein Prophet, auch nicht eines Propheten Sohn, sondern ein Rinderhirt bin ich, auch einer, der Sykomoren pfropft.

  15. 7.15

    Und der Herr berief mich von den Schafen hinweg und der Herr sprach zu mir: Gehe, weissage über mein Volk Israel.

  16. 7.16

    Höre nun das Wort des Herrn; du sprichst: Weissage nicht über Israel und predige nicht über das Haus Isak:

  17. 7.17

    Fürwahr, spricht der Herr, dein Weib wird in der Stadt buhlen, deine Söhne und deine Töchter werden durch das Schwert fallen, deine Ländereien werden mit der Schnur verteilt werden, du wirst auf unreinem Boden sterben, und Israel wird aus seinem Lande in die Verbannung geführt werden.

  18. 8.1

    Gott der Herr ließ mich schauen einen Korb mit getrockneten Früchten.

  19. 8.2

    Er fragte mich: Was siehst du, Amos? Ich antwortete: Einen Korb mit getrockneten Früchten. Da sprach der Herr zu mir: Gekommen ist das Ende1 über das Haus Israel. Ich werde ihm ferner nicht nachsehen.

  20. 8.3

    Die Gesänge der Paläste werden in Heulen verwandelt, spricht Gott der Herr. Die vielen Leichen werden stumm liegen; überall wird Stille herrschen.

  21. 8.4

    Höret dies, ihr, die ihr den Armen niedertretet und den Schwachen im Lande vernichten wollt.

  22. 8.5

    Ihr sprechet: Wann wird der Neumond vorüber sein, dass wir Nahrung verkaufen, und der Sabbat, dass wir den Getreidespeicher öffnen, klein zu machen das Efa und groß den Sekel und zu betrügen durch falsche Wage.

  23. 8.6

    Um Geld Arme zu kaufen und die Dürftigen um ein Paar Schuhe, und des Getreides Abfall wollen wir verkaufen.

  24. 8.7

    Geschworen hat der Herr bei der Hoheit Jakobs: Ich vergesse niemals ihre Werke!

  25. 8.8

    Soll nicht deshalb die Erde erbeben und verkümmern alles, was darin ist? [Die Flut] steigt ganz wie der Nil und wird aufgewühlt, und dann senkt sie sich wiederum wie beim Fluss Ägyptens.

  26. 8.9

    An jenem Tage, spricht Gott der Herr, lasse ich untergehen die Sonne am Mittage und am lichten Tage bringe ich Finsternis dem Lande.

  27. 8.10

    Eure Festtage verwandle ich in Trauer, eure Jubellieder in Klagen, alle Hüften lasse ich mit Säcken umwinden, und an den Häuptern Glatzen scheren. Ich versetze sie in eine Trauer wie um [den Verlust] des Einzigen, und ihre Zukunft wird dem verhängnisvollen Tag gleichen.

  28. 8.11

    Es kommen Tage, spricht Gott der Herr, wo ich Hunger senden werde über das Land, nicht Hunger nach Brot und nicht Durst nach Wasser, sondern nach den Worten des Herrn.

  29. 8.12

    Sie wandern von einem Meer zum anderen, von Norden bis zum Osten werden sie umherziehen, das Wort des Herrn zu suchen, ohne es zu finden.

  30. 8.13

    An jenem Tage werden die schönen Jungfrauen und die Jünglinge verschmachten vor Durst.

  31. 8.14

    Alle, die bei der Sünde Schomrons schwören und sprechen: So wahr dein Gott lebt, Dan! oder beim Leben des Weges nach Beer Seba; sie werden fallen und nicht wieder aufstehen.

  32. 9.1

    Ich sah den Herrn stehend am Altar und er sprach: Schlage den Knauf, dass die Pfosten erzittern und zerschellen über die Häupter aller, und auch ihren Rest will ich mit dem Schwert umbringen; keiner von ihnen soll entfliehen und niemand entrinnen.

  33. 9.2

    Wenn sie sich in die Unterwelt vergraben, wird meine Hand sie von da holen, und wenn sie in den Himmel steigen, will ich sie von da herabstürzen.

  34. 9.3

    Und wenn sie sich auf die Spitze des Karmel verkriechen, suche ich sie von da hervor und hole sie, und wenn sie sich fern von meinen Augen auf dem Meeresgrunde verstecken, entbiete ich von da die Schlangen, dass sie sie beißen.

  35. 9.4

    Und wenn sie von ihren Feinden in die Gefangenschaft gebracht werden, werde ich dort das Schwert entbieten, dass es sie erschlage, denn ich richte mein Auge auf sie zum Bösen und nicht zum Guten.

  36. 9.5

    Denn der Herr Gott Zebaot, rührt die Erde an, und sie wankt, und es verkümmern alle ihre Bewohner; es wird alles aufgewühlt gleich dem Nil und sinkt gleich dem Fluss Ägyptens.

  37. 9.6

    Er bauet im Himmel seine Stufen und sein Gewölbe hat er über der Erde ergründet; er ruft das Wasser des Meeres herbei und gießt es über die ganze Erde: der Herr ist sein Name.

  38. 9.7

    Ihr seid mir nicht mehr als die Söhne Äthiopiens, ihr Israeliten, spricht der Herr; Israel hab‘ ich herausgeführt aus Ägypten und die Philister von Kaftor und Aram von Kir.

  39. 9.8

    Die Augen Gottes des Herrn sind auf das sündige Reich gerichtet, dass ich es von dem Erdboden vertilge, nur dass ich nicht ganz tilge das Haus Jakob, spricht der Herr.

  40. 9.9

    Denn ich lasse es so kommen, dass ich das Haus Israel unter allen Völkern schüttle, wie man im Siebe schüttelt, und es fällt keine Scholle zur Erde.

  41. 9.10

    Durch das Schwert sollen alle Sünder meines Volkes fallen, die sprechen: Es wird nicht nahen und uns nicht übereilen das Unglück.

  42. 9.11

    An jenem Tage werde ich aufrichten die verfallene Hütte Davids, ich verzäune ihre Risse und richte ihre Trümmer auf und erbaue sie wie in den alten Tagen;

  43. 9.12

    Auf dass sie in Besitz nehmen den Überrest Edoms und aller Völker, über welchen mein Name genannt ist, spricht der Herr, der dieses tun will.

  44. 9.13

    Es kommen Tage, spricht der Herr, wo der Pflüger an den Schnitter reichen wird, und der die Trauben keltert an den, der den Samen streut; es werden die Berge Most träufeln, und alle Hügel werden zerfließen.

  45. 9.14

    Ich werde mein Volk Israel wiederherstellen; sie werden verödete Städte erbauen und bewohnen, Weinberge pflanzen und ihren Wein trinken und Gärten anlegen und ihre Frucht genießen.

  46. 9.15

    Ich werde sie pflanzen auf ihrem Boden, dass sie nicht wieder ausgerissen werden von ihrem Boden, den ich ihnen gegeben, hat der Herr, dein Gott, gesprochen.

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Die Heilige Schrift, trans. Dr. Simon Bernfeld, Berlin, 1902 - German [de]. Via Sefaria (sefaria.org), Sefaria-Export. Version source: https://www.talmud.de/tlmd/tanach/ Licence: Public Domain. Source.