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De Resurrectione

First Thousand Years of Greek · First Thousand Years of Greek · 799 sections

  1. 1.1.1.1

    Ich ging vor diesen Tagen nach Patara mit Proklus von Milet, indem ich den Theophilus sehen wollt. Denn ich hatte erforscht, wie x sie sagten, daß er dort, gelandet des Sturmes wegen, einige Tage bleibe. —

  2. 1.1.2.1

    Und als wir zu dem Hause des Aglaophon gekommen waren, fanden wir, nachdem wir eingetreten, den Theophilus in der die Heilstatt seienden Vorhalle, wo Aglaophon selbst wandelte, sitzend auf einem Lehnssessel, und um ihn saßen auf dem Boden Sistelius von † und x Auxentius und Memian und von den Bürgern, auch Aglaophon selbst und einige andere.

  3. 1.1.3.1

    Sie philosophierten aber, über die Natur des Leibes und über die Auferstehung sich unterredend mit Theophilus. Dieser aber, auf dem Lehnsessel sitzend, antwortete einem jeden auf seine Frage.

  4. 1.1.4.1

    Sobald uns aber, nachdem wir eingetreten, Aglaophon gesehen, sprach er, an der Hand fassend: Zum Guten bist du gekommen, o eubulius. Denn Sistelius hier und ich streiten [und ich] schon lange über dies Fleisch, ob es aufersteht, empfangend mit der Seele die Unverweslichkeit. Daher machen wir dich jetzt zum Richter unserer Verhandlung, und ob du meinst, daß ich die Wahrheit sage.

  5. 1.1.5.1

    Es antwortete redend auch ich: O Auxentius, gehörte es sich nicht, daß über diese ein Besserer als dieser herrsche und über die Einfältigen der Weisere? Aglaophon, meinte ich, nicht passend, es sei nicht passend, mit Übergehung des Weisenn mit dem Einfältigeren zu reden.

  6. 1.1.6.1

    Und jenen antwortete wieder Auxentius: O Männer, sagte er, immer ist zu disputieren, worauf Aglaophon gerichtet ist, wenn er nur hat, mit wem zu disputieren. Uns aber gebührt es nicht, wie Bösen, die uns zu anderen Fragen hinkehren, ihn nicht zu achten, solange wir nicht genug von ihm gehört haben werden die Verhandlung von der Auferstehung.

  7. 1.1.7.1

    Aber gut, sagte Menian, hast du, o Auxentius, geredet. Eubulius nun wird auch wieder oftmals Sorge tragen <gegen> Aglaophon. Jetzt aber gebührt es sich, in betreff dieser Verhandlung Fleiß zu tun, solange Theophilus hier ist.

  8. 1.1.8.1

    Wenn es euch aber nun gefällig ist, o Männer, dies zu sehen und zu untersuchen, so möge Theophilus prüfen, in jeder Hinsicht túchtig seiend, über alles Beweis zu geben, ob nach dem Tod dieser Leib aufersteht zur Unverweslichkeit.

  9. 1.2.1.1

    Und Sistelius erwiderte und sprach: Nicht gut, sagst du, o Memian, wollend einfach so, ohne Erforschung, die Unterredungen tun. Denn ein jeder fühlt sich öffentlich (d. h. bei öffentl. Verhandlung) gezwungen (unfrei) und gestaltet seine Rede geschmückt, um sie zu zeigen, gar nicht für die Wahrheit und für das Nützliche sorgend, sondern nur um den Anwesenden zu zeigen, wie er geschickt ist, dadurch, daß einem jeden von Natur eigen ist, aus Voreingenommenheit das Seine zu lieben.

  10. 1.2.2.1

    Aber man muß nicht den hören, der zu geschäftig seine Ware anempfiehlt, sondern erforschen und prüfen; denn die Verkäufer haben die Sitte, zu lügen in betreff der von ihnen verkauften Sache.

  11. 1.2.3.1

    Und damit nun auch wir nicht fehlen, getäuscht zu werden in den Verhandlungen, ohne Prüfung zu ihr kommend, erinnere ich — denn ein jeder von uns hat nach der Reihe sein Verständnis kund zu tun,, zu zeigen aber dem Theophilus —, daß der eine Heterodoxe die Fragen, nachdem er vollständig und genau erforscht, zuerst beibringe, nichts zurücklassend von fremden Problemen, sondern alles verknüpfend durch die tiefsten Gedanken. So wird kräftig gekämpft, so daß nichts außer dem hier Gesagten jene zu zeigen haben ihr Wort bekräftigend;

  12. 1.2.4.1

    einer aber wieder, welcher darauf † den worgetragenen Schlauheiten entgegentretend und dartuend mit viel Einsicht, das der katholischen † Kirche als wahr seiend erweist.

  13. 1.2.5.1

    Denn so werden uns die Verhandlungen nicht umsonst sein, sondern mit höchster Sorgfalt vollzogen, so daß sie keine Sache ununtersucht und unwiderlegt haben. τῷ <γὰρ>

  14. 1.2.6.1

    ἑκάστῳ προσώπῳ τὰ ἀκὸλουθα περὶ τοῦ παντὸς τηρεῖν ἀναγκαῖον — ob sie (diese Person) nun das der Kirche oder Fremdes oder das einem jeden entsprechende Verständnis geben wird — und nach Wahrheit zu streben, nichts aber unnütz zu sprechen durch Voraussetzung(?) des Festgesetzten (dogmatische Voreingenommenheit), sondern durch Synthese die beste Verhandlung zu woolen. Das ist in Wahrheit weise und (die Art) eines das Wahre zu sehen Dürstenden.

  15. 1.2.6.2

    Dies war den Anwesenden genügend, und wir alle lobten es.

  16. 1.3.1.1

    Theophilus. Und Theophilus stimmte bei und gebot, daß Aglaophon, welcher auch Arzt war, über die Natur des Leibes rede, indem er, <um(?)> mehr die Sache zu lernen, veranlaßte, zuerst das von den Gegnern Gesagte zu erheben, das dann aber ich wieder entgegenkämpfend darlege, damit durch den Streit der Verhandlung das Wahre wie das lebendige Gold im Feuer geprüft hervorleuchte.

  17. 1.3.2.1

    Wenn aber jemand zürnt, es für ungehörig haltend, daß so die häretischen Satzungen bekannt gemacht werden, so überführen wir ihn sanft belehrend, daß auch in den Büchern der Propheten der heilige Geist, wie er der Frommen Person beschreibt, so auch betreff der Bösen die (ihnen) entsprechende Gestalt, die Gestalt einem jeden (durch das?) Wort nach der Würdigkeit gebend und die verschiedenen Arten des Trugs.

  18. 1.3.3.1

    Wie in ihnen Salomo mit Worten die Buhlerin schildert. Hier doch sehe, wer sehen kann! Hat er nicht offen wie von irgendeiner Häresie gesagt, alles vors Angesicht gestellt und zeigt die genau nach der Weise einer Buhlerin zugerichteten Worte und Weisen?

  19. 1.3.4.1

    Wie wenn er sagt: »Sie saß unter der Tür und rufft zu sich die Unverständigen«, oder wieder, was er sagt: »Es begegnet ihm das Weib, habend eine buhlerische Gestalt, welche meacht, daß die Herzen der Jungen entbrennen. Darauf ergriff und küßte sie ihn, mit schamlosem Antlitz redete sie zu ihm«. oder das: «Komm und wollen wir genießen der Liebe bis zum Morgen, komm und versenken wir uns in Liebe. Denn nicht ist mein Mann zu Hause, er ist aber gegange auf einen weiten Weg. Einen Beutel Goldes hat er in seine Hand genommen, und nachdem er viele Tage gewandert, kommt er in sein Haus.«

  20. 1.3.5.1

    Was alles auch unpassend ist zu er klären, wie es vorliegt, damit es die Hörenden weise macht. Denn indem ein Abbild erwiesen wird und durch ein Bild geistig die Erklärung geschehen ist, mit Strafe (Rüge) geschehen ist, [denn es] wird der Leser zur Tugend gelehrt, indem er unterrichtet wird, nicht durch lügnerisce Worte getäuscht zu werden und dadurch von den verführerischen Künsten des Buhlers beraubt zu werden.

  21. 1.3.6.1

    Es findet aber nun jemand ihn auch in der »Weisheit« dieser Weise brauchend. Denn auch hier die Arten der Weisheit unterscheidend und sie ihren Personen zuteilend und die Ordnung einer jeden bewahrend, hat er eine wahre Untersuchung der Sache vollzogen.

  22. 1.3.7.1

    Denn das Gesagte: »Gering ist und traurig unser Leben, und nicht ist Heilung beim Ende des Menschen und nicht ist erschienen einer, der zurückbringt vom Hades. Denn außer jenem selbst sind wir geboren, und darnach werden wir sein als nicht Gewesene. Denn Dampf ist der Hauch in unserer nase und die Vernunft ein Funke in der Bewegung unseres herzens, wenn er verlischt, wird Asche unser Leib, und der Geist geht auseinander wie ein schwacher Wind«, ist ein Bild derer, die sagen, daß alles <von> von selbst Gewordenem und ohne Vorsehung hergerichtet worden sei, wogegen auch einschreitet der Zorneifer, welcher, zur Wahrheit ziehend, geärgert wird durch die Voraussetzung dieser Satzungen.

  23. 1.3.8.1

    Daher ist es keineswegs ungehörig, daß auch wir die háretischen Philosopheme zur Zerstörung der Lüge erforschen. Denn sie haben herausgespieen, die Unwahrheit sprechend, bis zum Himmel. daher ist es fortan deine Sache, o Aglaophon, anzufangen und bis zu Ende zu führen die Rede.

  24. 1.4.1.1

    Aglaopon aber hörte und errötete,als Theophilus dieses redete, und sschaute auf mich finster, so daß ich die Flucht ergreifen wollte.

  25. 1.4.2.1

    So fing er and zu reden: Wenn nach euch eine Auferstehung dieser toten Leiber und seine Verwandlung in die Unsterblichkeit ist, 30 wozu, saget an, Gott von Anbeginn den Menschen ohne den Lappen des Leibes schuf, wie die Schrift selbst lehrt. Denn die »Kleider von Fellen«, welche er nach der Übertretung Adam und Eva machte, sind deutlich die Leiber, mit denen wir bekleidet worden sind, nachdem wir das Gebot übertreten, der Buße halber mit einer solchen Fessel bekleidet. Daher sie auch passend Fell genannt werden, weil auch eine Fessel dieser Leib, des Anzeichens halber, auch ein Grabmal zu sein der Seele, welche verurteilt, in ihm begraben zu werden, damit er uns nicht lasse ewige Pein haben, eine so lange Zeit sterblich

  26. 1.4.3.1

    wie ein Lederarbeiter machte Gott den Erstgeschaffenen Kleider, sondern schwere irdische Lieber machte er uns als »Kleider von Fellen«.

  27. 1.4.4.1

    — Und der Prophet Jeremia aber sagt in den Klageliedern, Fesseln nannte er <sie>, Gebundene der Erde die Menschen deshalb nennend; und David »Debundene«, indem Gott uns gebunden wegen der Übertretung Adams mit Fesseln von Erdenstaub, damit wir, mit viel Arbeit von der Erde Speise empfangend, nicht unser Haupt erheben, zu sehen die Frucht des Lebens.

  28. 1.4.5.1

    Denn er spricht: »Und nun, damit er nicht die Hände ausstrecke und nehme von dem Baum des und lebe in Ewigkeit. Und es schickte sie der Herr hinaus aus dem Paradies der Wonne, zu bearbeiten die Erde, von welcher er genacht worden. Und er schickte Adam heraus«.

  29. 1.4.6.1

    Denn viel Mühsal macht das fleisch der Speise wegen. Denn alle Kriege und Kámpfe geschehen wegen des Besitzes; wegen des Besitzes werden wir genötigt zu sammeln, ihm (dem Leib) dienend und übereinstimmend mit den Begierden, indem er uns erfüllt mit Liebe und Begierdee und Krankheit und Furcht und anderen bösen Dingen, welche der Seele nicht erlauben, nach dem Guten zu trachten, und indem sie ihr nicht erlauben, daß von ihr etwas von dem Unvergänglichen und Guten erkannt werde.

  30. 1.4.7.1

    Denn wenn wir auch unternehmen, irgendein Gutes tun wollend, so macht er verwirrt und confus und den Sinn verfinsternd, er, der nicht gestattet, deutlich zu sehen das Seiende, wie der Tintenfisch, ein Meerfisch, welcher schwarzes Wasser ausspeit.

  31. 1.4.8.1

    Und in Wahrheit, wenn nicht die Seele zuvor frei wird, niemand . .; denn wie aus Fesseln freigelassen, so wird sie tüchtig, zu sehen und zu fassen das Seiende.

  32. 1.4.9.1

    Denn von Irrtum sind unsere Augen erfüllt beim Sehen, von Irrtum unsere Ohren, von Irrtum die andern Sinne. Denn nicht zu sehen noch zu berühren sind wir imstande, weder die Weisheit noch die Größe oder Wesensform der Seele, sondern sie sind uns unfaßlich, solang wir im Leib sind.

  33. 1.5.1.1

    Noch aber nun, den Sünden und Lästerungen und Irrtümern, nicht ist die Unverweslichkeit diesen Ursächerin, indem die Seele night für sich selbst, getrennt, sündigen kann. Wenn aber nun nach euch dem Menschen das Verbundensein mit dem Fleisch gut ist, so mußte von Anfang an im Paradies vor der Versündigung Adams er im Fleisch sein, als er die Weisheit schaute und die Engel und vom Baum des Lebens empfing unverweslich seiend. Aber damals nun erschien er ein ungetrübtes und unverwesliches Leben lebend;

  34. 1.5.2.1

    jetzt aber ein sehr mühseliges und trauriges, weil gekleidet in ein Kleid von Fell. Wie auch Paulus lehrte, sprechend: » ἐγὼ δὲ ἔζων χωρὶς νόμου ποτέ« . . τὴν πρὸ τῆς ἐντολῆς ἡμῶν ἐν τῷ πρωτοπλάστῳ διαγωγὴν πρὸ σώματος ἔφη, ὡς τὰ ἐπιφερόμενα συνίστησιν »ἐγὼ δὲ σάρκινός εἰμι, πεπραμένος ὑπὸ τὴν ἁμαρτίαν«· ὅτι μὴ ἄλλως ὁ ἄνθρωπος ἄρχεσθαι πρεθεὶς αὐτῷ διὰ τὴν

  35. 1.5.3.1

    πρεθεὶς αὐτῷ διὰ τὴν παράβασιν, εἰ μὴ σάρκινος ἦν γεγονώς. ἄληπτος γἀρ καθ᾿ ἑαυτὴν ἡ ψυχὴ [φησί] τῇ ἁμαρτίᾳ. διὸ δριμέως ἐπήγαγεν »ἐγὼ δὲ σάρκινός εἰμι, πεπραμένος ὐπὸ τὴν ἁμαρτίαν«, πρόσθεν εἰπὼν τό »ἐγὼ δὲ ἔζων χωρὶς νόμου ποτέ«. Wohlan nun — denn ich werde versuchen euch genauer zu erklären —,

  36. 1.5.4.1

    »Denn ich weiß«, sagt er, »daß nicht lebt in meinem Fleisch Gutes. Denn das Wollen liegt mir vor, aber das Tun des Guten finde ich nicht«, Denn das Gehorsamsein dem Geist, der geknechtet ist von fleischlichen Begierden, indem das Fleisch nicht vermag zu fassen das Gute.

  37. 1.5.5.1

    Daher bekennt er auch, daß es der Seele zum Tode und zum Verderben werden; er dürstet aber, schnell von ihm frei zu werden, sprechend: »Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe des Todes«.

  38. 1.5.6.1

    — So ist eine gewisse Folter(kammer) und ein Gefängnis der Leib wegen der Übertretung, [denn] indem Gott uns in ihn hineingesetzt hat, damit wir eine sehr schmerzliche Strafe des Ungehorsams empfingen.

  39. 1.6.1.1

    Auch <ist> zu erforschen, ob nicht das in den Psalmen Gesagte: »Du hast uns geprüft, o Gott, hast uns durch Feuer geläutert, wir Silber durch Feuer geläutert wird; hast uns geführt in die Schlinge, hast Leiden auf unser Haupt gelegt; wir sind geganen durch Feuer und Wasser, und du hast uns herausgeführt zur Ruhe«, von den Seelen gesagt worden, welche in den Leib gesetzt worden, nämlich wie in eine Schlinge und in eine gewisse Pein, damit die über ihn Siegreichen Ehre empfangen im Paradies, nachdem sie auferstanden.

  40. 1.6.2.1

    Aber ihr nun sagt durch Unwissenheit, daß auch nach der Lösung der Fesseln und nachdem der Mensch befreit worden von der Strafe und zur Ruhe von hier geganen, wiederum die Seele das Joch nehme, damit auch im Reich des Lichts wir ewig Gebundene der Verweslichkeit seien;

  41. 1.6.3.1

    immer tragend diesen zusammengesetzten Ton, außen zum Trug mit Schönheit ausgeschmückt, inwendig aber angefüllt mit Würmern und Maden und Gestank, den schweren und mit sich die Richtung der Seelen auf die Lüste ziehenden, auch den Geist des Vielbeschwerten abwärts drängend, verbrennend durch die Lüste den geistigen Flügel der Vernunft, nicht gestattend dem geist <und> der Seele den Baum des Lebens zu schauen, dem Dreisten (Frevelhaften) und Traurigen und Zornigen Substanz seiend und Quelle.

  42. 1.7.1.1

    Bedenket doch, wie ihr töricht redend sagt, daß wieder von solchen Leidenschaften der Mensch sein soll!

  43. 1.7.2.1

    Denn Wenn nach euch dieselben Glieder des Fleisches auferstehen in derselben Gestalt, damit ein jeder derselbe erscheine, dieselbe Gestalt tragend, so muß man bekennen, daß er auch dieselben Bedürfnisse haben muß, und es widerfährt, wieder zu essen und zu trinken und sich zu vermischen, indem wie eine Drohne das Leben rings herumkreist, und es geht zugrunde das himmlische Leben der Heiligen;

  44. 1.7.3.1

    während doch Christus klar würdige Auferstehungswisen gelehrt hat, »wie die Engel im Himmel« zu sein, als ihn die Sadducäer versuchen. Die Engel aber sind nicht mit dem Fleich zusammengejocht, sondern »dienstbare Geister«, welche geistige Speise bedürfen.

  45. 1.7.4.1

    Ob ihr auch die Engel von Fleisch wagt zu nennen, saget euch selbst, wenn sie in so großer Seligkeit und Herrlichkeit sind, das Meer der Unverweslichkeit, Gott, sehend, auf den kein Fleisch schauen kann? Denn es kann das Verwesliche nicht Gemeinschaft haben mit dem Unverweslichen.

  46. 1.8.1.1

    Ferner, während der Himmel »wie ein Kleid altert« und die Erde »vergeht« und alles »wie ein Gewand zusammengerollt« wird und vergeht, behauptet ihr, daß diese verweslichen Leiben nicht mit diesen Großen vergehen, sondern daß sie größer als der Himmel und das Allerandauerndste seien.

  47. 1.8.2.1

    Schämet ihr euch nicht, als ob Gott hochschätze, was wie nichts ist gegenüber der genzen Schöpfung; nicht wissend, daß, wenn jene vergehen, die Leiber nicht bleiben können.

  48. 1.8.3.1

    Denn wenn wahrhaft die Worte Christi und der Propheten, — da Christus lehrt, daß Himmel und Erde vergehen werden, die Propheten aber, daß die Erde vergehe, müssen auch die Leiber mit vergehen mit den Elementen, von welchen sie gebildet worden sind. —

  49. 1.8.4.1

    Denn höre den prophetischen Geist rufend: »Schauet zum Himmel nach oben, und schauet auf die Erde hinunter. Denn der Himmel ist wie Rauch gefestigt und die Erde wird altern wie ein Kleid. Die Bewohner aber werden vergehen wie sie«; indem »die Gestalt dieser Welt vergeht« nach dem Apostel Paulus, d. h. durch das Vergenhen der ganzen leiblichen Natur, damit alles von Natur Geistige — während alle Materie abwärts zieht — fleischlos geworden zur Vollendung der Heiligkeit gelange.

  50. 1.8.5.1

    Wenn aber jemand <sagt>, daß, während Himmel und Erde und die ganze Schöpfung, wie ich gesagt, vergehen, die Leiber der Menschen nicht vergehen, der ist schuldig unvernünftiger Lästerung. Sage: Kann, während die Quelle vergeht, der Fluß sein und in das Flußbett fließen?

  51. 1.8.6.1

    Auch anders kann der Leib nicht unter den Leiblosen weilen, wie nicht Wachs im Feuer, denn er vergeht, zerschmolzen durch die reinste wesenhafte Substanz.

  52. 1.8.7.1

    Diese aber nun bedürfn eines Standorts. Standort aber <ist> den Leibern: die Luft den Vögeln, das Wasser den den Fischen, den Irdischen die Erde. Wenn diese aber vergangen sind, in welcher Ordnung werden dann die Leiber sein, da weder Luft, noch Erde, noch Wasser ist; auch nicht das Firmament selbst, noch die Sterne sind? —

  53. 1.8.8.1

    Denn daß die Zeit entsprechend dem Himmel sei, sagt Plato, damit sie, zusammen geworden, auch zusammen aufgelöst werden.

  54. 1.9.1.1

    Und noch ist offen zu philosophieren. Denn siehe auch andere Entgegnungen nach Beendigung dieser Verhandlungen, damit ihr merket, in ein wie großes Übel ihr geratet, indem ihr lehrt, daß das Fleisch auferstehe.

  55. 1.9.2.1

    Denn indem durchaus fließend die Substanz selber ist, ununterscheidbar und veränderlich, wie der Strom eines Flusses hinzukommend und hinweggehend, so daß sie niemals, wenn auch das Geringste (den geringsten Moment), für dieselbe zu halten ist. — welcher Leib wird auferstehen? Der des Jünglings oder des Greises oder des Kindes?

  56. 1.9.3.1

    Wie bleiben uns dieselben Leiber, während doch die ersten oft entfernt werden durch den inwendig fließenden Strom der Speisen? Denn ein anderes ist das Fleisch der eben geborenen Kinder, ein anderes der Jünglinge, ein anderes der Greise; nämlich von dem des Kindes in das des Jünglings und von diesem in das des Greise, wie Kleider, nachdem die ersten aufgerieben sind, ändernd die Lebensalter. Denn die aufgenommenen Speisen —

  57. 1.9.4.1

    das Schwere und Hülsenartige geht vertrocknet aus dem Bauch, das Feine aber und Leichte wird durch die anliegenden Adern, welche die Blutsäfte aufnehmen, hindurchgehend, Blut, das durch die Adern sich in den ganzen Leib ergießend, auf- wärts und abwärts fließend und sich mehrend, das Fleisch bereitet.

  58. 1.9.5.1

    Denn mit solchen Weisheiten hat Gott, der gute Künstler und erste Tonbildner, die Natur unseres Leibes bereitet. Zuerst führt er von unten die Säfte hinauf, damit sie, über das Mark erhöht, das Lebewesen mit Blut besprengend anfeuchten.

  59. 1.9.6.1

    Daher macht alle Ausscheidung der Nahrung, wenn sie nicht austrocknet, herabströmend durch die Adern und aufsteigend durch den Dampf mit dem Blut, eiternde Wunden an jenen Orten, wo der Dampf aufsteigt.

  60. 1.9.7.1

    Denn aufsteigend durch den Dampf, um mit Aristoteles zu reden . . meldete den Aristoteles † nämlich auch schwebend in der Luft über uns, welche kalt ist, sammelt sich das durch Hitze Ausgetrocknete, wässrig werdend und <kommt> anderwärts hearab; indem vielfach die Erde sich verändert und ändert die Gestalten der Luft und des Feuers, das feucht Gewordene trocken wird. Denn das Feuer, nämlich die Flamme, wandelt sich in Rauch der Luft, die Luft aber in Wasser, das Wasser aber in die Erde, die Erde in den Baum, die Bäume in das Feuer, das Feuer in die Luft.

  61. 1.9.8.1

    So ist auch der Leib zunehmend und abnehmend und jede Veränderung annehmend, ähnlich der Ernährerin und Erzieherin aller. Denn der hineingebrachten Speise, dies ist ihr erstes Werk, eine Vermischung, welche widerfährt dem Wässrigen mit dem Trockenen und mit den Säften, [durch] welche wie bei einem Kochen im Leib Verkochung genannt wird. Das zweite aber eine Feuchtigkeit und Scharlachröte seiend in den Adern, und wird Geblüt genannt. Das dritte aber im ganzen Leib verteilt, was Fleischwerdung genannt wird.

  62. 1.9.9.1

    Daher gibt es auch drei Arten von Ausscheidung (περίττωμα?). Wie eine Verkochung empfängt es von eben jenem ersten und indem die Verkochung im Leib geschieht, geschieht Ausscheidung der Hülsen, wie . . † Von dem zweiten aber das Blut in den Adern, Feuchtigkeit und die doppelte Galle: die Feuchtigkeit, wie von der Käsematte abfließt die Käsemilch, die gelbe Galle aber, welche wie Weinfarbe, die schwarze aber wie Hefe. In dem ganzen Leib aber ein unmerkliches Ausatmen.

  63. 1.9.10.1

    Ursache hiervon ist das natürliche Warme in uns, wie für die Welt das der Sonne. Denn dadurch zieht es aus dem Bauch durch die Adern und kocht gleichsam in sich die Speise, süß machend und schäumend und scharlachrot.

  64. 1.9.11.1

    Wie bei Früchten. Denn diese sind zuerst an Bestand fein und wässrig. an Aussehen aber weiß, an Geschmack sauer; durch die Sonne und die Strahlen werden sie, süßer werdend, süß und rot.

  65. 1.9.12.1

    So verändert auch die Wärme, welche in uns ist, die Speise, welche schlicht und einfach in uns gebracht worden, in verschiedene Gestalten: bald in weiß, d. h. Schleim und Same und Milch, bald wieder in scharschwarze Galle und Leber und Milz.

  66. 1.9.13.1

    Denn von ihrer Feuchtigkeit nähren sich die Adern, nämlich durch das Saftige (»Schleimige«), von anderem aber wieder das Fleischige, nämlich vom Blutigen, von anderem aber das Markige, nämlich vom Schleimigen.

  67. 1.9.14.1

    Und deshalb hat Hippokrates gesagt, daß wie den Bäumen die Erde, so sei den lebendigen Wesen der Magen. Denn wie die Bäume aus der Erde emporsprossend wieder Erde werden, indem Früchte und Blätter herauskommen, Erde aber die Früchte, und jene wieder Erde, so ist auch die Nahrung von der Erde aufsteigend und in den Leib gehend und kommt in die Erde, indem Gottes Befehl erfüllt wird: »Du bist Erde und sollst zur Erde werden«.

  68. 1.9.15.1

    Denn Fleisch und Knochen und Adern verwandelh sich in Haare und Nägel und Schleim und Tränen und in andere Feuchtigkeit des Leibes; und diese in Erde, die Erde in Speise, die Speise in Blut, jenes aber wieder in Knochen und Haare und Adern, wenn sie zu einem lebendigen Geschöpf gebracht wird.

  69. 1.10.1.1

    So ist es nicht möglich, daß derselbe Leib erhalten werde, denn der eine wird zerstört und geht alternd hinweg nach Haar, Leib, Blut, Knochen; und der andere, welcher von der Speise an die Stelle des alten und weggegangenen immer hinzukommt, bewahrt die Wesensform, so daß ebenderselbe sich verändernd ist, niemals seiend, noch habend das Sein in sich, wenn er auch als derselbe erscheint.

  70. 1.10.2.1

    Von wo wäre dann das dahingeschwundene Fleisch der Kranken auszufüllen, von wo, was vom Aderlassen in der Erde begraben wird, oder das aus der Wunde herausfließende Blut? Sondern von der Speise gemäß der dritten (dreifachen) Verkochung in alle Glieder ergossen und in andere Elemente sich verwandelnd, wie die Erde durch die Wurzel in die Zweige und das Laub und die Früchte aufsteigt, indem durchaus umgestaltet wird die Substanz der Erde. —

  71. 1.10.3.1

    Daher haltet ein, unmögliche Dinge annehmend, und die Hoffnung, nach euch grabend im Lehm, muß, »was droben« ist, sinnen, und aufblicken auf dasselbe, »wo bald Verwesung, das dem Irdischen Entsprechende sinned und der Herrlichkeit Gottes unwürdige.

  72. 1.11.1.1

    Ferner sagt an, welcher Leib auferstehen soll? Der durch Butverlust und andere Wunden erschöpfte oder ein hinzukommender anderer neuer? Denn nicht immer bleibt dasselbe Fleisch, sondern häufig geht es fort vom Hinzukommen der Speise. Seid ihr nun das imstande zu sagen, was Gott auferweckte, und daß nichts vergehe, indem <er> alles erhält?

  73. 1.11.2.1

    Was aber, wenn jemand, der vor einem Jahr oder mehr gereinigt worden, Unzucht treibt, und wieder, nachdem er sich enthalten, Unzucht treibt, und der dies oftmals getan, nachdem die ersten Leiber ihm vergangen und sich verwandelt, wie die Verhandlung erwiesen, und nicht mehr dieselben sind, mit welchen er rein lebte und Unzucht getrieben; — in der Auferstehung, welche oder wieviele Leiber wird die Seele tragen, damit sie gerichtet werde, die, mit welchen sie sich Reinheit befleißigt oder mit welchen sie Hurerei getrieben?

  74. 1.11.3.1

    Aber nun saget ihr, daß nur der letzte auferstehe, für alle Handlungen lungen Strafe empfangend; und damit nun wir euch gestatten, auch hiervon zu reden, so ist was für ein schöner Richter der Gerechtigkeit gemäß, der urteilt, daß, während der eine Unzucht getrieben, ein anderer leide, oder ein guter Heerführer, daß, während der eine mitgesiegt, ein anderer gekrönt werde.

  75. 1.12.1.1

    Daher ist durch alles festgestellt, daß diese Zusammengesetzte und Veränderliche und Tote und Vielgestaltige, immer vergehend (verwesend) und fließend — wie Paulus sagt: »Wenn auch unser äußerer Mensch verwest, aber der innere erneuert sich täglich« —,

  76. 1.12.2.1

    die Auferstehung nicht empfangen kann. »Denn wir wissen«, sagt er, »daß, wenn unser irdisches Haus des Leibes zerstört wird, wir einen Bau haben von Gott, ein Haus nicht mit Händen gemacht, ewig im Himmel«.

  77. 1.12.3.1

    Zu sehen ist hier aber durchaus nötig. Denn nicht von Gewöhnlichem ist die Rede, sondern wie man glauben muß. Denn alle mit Einem Mund, die Propheten wie die Apostel, nennen eine Beschwernis und ein Unglück der Seele diesen Leib. Bald spricht auf die Länge schauend der Prophet:

  78. 1.12.4.1

    »Wehe, wie hat mein Wandel sich in die Länge gezogen«, und ein anderer: »Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von diesem Leibe des Todes«.

  79. 1.12.5.1

    Bald wieder den Anfang und das Verbundenwerden mit dem Leib und das Kommen ins Leben beweinend und beklagend; sowohl jener: »Es möge jener Tag vergehen, an welchem ich geboren ward, und die Nacht, in welcher man sagte: Siehe, ein Männliches«, als: »Verflucht jener Tag, an welchem ich geboren ward, der Tag, an welchem mich gebar meinem Mutter«.

  80. 1.12.6.1

    Salomo aber spricht: »Und ich lobte die Gestorbenen mehr als die Lebenden, welcher sich sagt: ich lebe bis jetzt. Besser als diese beide, welcher nicht geboren, welcher nicht sah das böse Werk (Tun), welches gemacht (getan) ward unter der Sonne«, das Gemeinsame (die Gemeinschaft) des Fleisches mit der Seele sagend. »Herr Gott, schnell und bald zu sein . .

  81. 1.12.7.1

    « .

  82. 1.12.8.1

    Er lehrt, damit er nicht müde werde, schwer tragend an den langen Zeiten des Beisammenseins: »Nicht wird ruhen mein Geist in diesen Menschen, da sie sind Fleisch« und Blut, da Fleisch und Blut vergehen, »weil alles Fleisch wie Gras und alle seine Herrlichkeit wie die Blume des Grases; das Gras ist verdorrt, die Blume ist abgefallen; das Wort Gottes aber bleibt in Ewigkeit«; d. h. die Einblasung, welche ist die Seele, nennt er jetzt das Wort Gottes, damit, nachdem das Leben des Fleisches verdorrt, »der Staub wieder zur Erde sich wendet«, wie eine abfallende Blume, [und] nachdem die Feuchtigkeit vergangen, auch so unser Geist zu dem Verwandten hinweggeht, aufwärts gehend.

  83. 1.12.9.1

    Denn »dieweil wir im Fleisch sind, wallen wir fern vom Herrn«. Daher ist zu eilen, »aus dem Leib zu gahen«, aber hinzuzukommen und zu Gott zu nahen, damit wir »zum Herrn kommen«, denn »Fleisch und Blut werden das Reich Gottes nicht ererben, noch wird das Verwesliche die Unverweslichkeit empfangen«.

  84. 1.12.9.2

    Aglaophon aber, nachdem er soviel gesprochen, verstummte.

  85. 1.13.1.1

    Methodius. Und ich bereitete mich, diesen entgegenzureden. <Proklus>. Der milesische (midesische) Gastfreund aber sprach: Noch hat er nicht genug gesprochen der gegnerischen Worte, sondern auch noch ist zu sagen. Denn das ist nicht gesagt, was gesagt werden sollte.

  86. 1.13.2.1

    Methodius. Und ich wunderte mich und sagte: Auch du gedenkst zu helfen diesen Ausführungen, als ob sie nicht genügend wären abzuziehen und zu verkehren?

  87. 1.13.3.1

    <Proklus.> Zu philosophieren von der erwähnten Auferstehung sagst du nichts, aber auch auf dieses höre, sagte er. Denn es müssen hier auch die übrigen Worte gesagt werden, welche wir <noch> nicht gesagt haben, damit, wie alles vollständig von den Gegnern gezeigt sein wird, du deine Sache führest. — Aber schaue, ob dir nach dem Sinn ist, was ich rede.

  88. 1.13.3.2

    Methodius. Mehr denn alles, sprach ich, da deswegen auch unsere Versammlung gekommen.

  89. 1.14.1.1

    Proklus. Und dieser hob an und sprach: Höre auch das Übrige; denn wie der Leib ist und woraus er gebildet ist, ist Zeit zu sagen. —

  90. 1.14.2.1

    Denn von den unteilbaren Körpern: von Feuer und Erde, Luft und Wasser, von einem jeden nahm Gott, was genügend war, und schuf kunstvoll dies Fleisch, Ein Fleisch, aus allen wohl mischend, ein unnützes Ding (der Leib).

  91. 1.14.3.1

    Daher, wenn er durch die Strömung von von außen Kommendem, von Kaltem oder Warmen und durch die Ungleichheit seiner Naturbestandteile, wovon er zusammengesetzt ist, in Unordnung gebracht wird, indem eines von ihnen siegt oder vermehrt wird, so wird er durch die Veränderung, welche zahlreiche [und] Krankheiten erzeugt, geschwächt, indem die Seele fortan nicht vermag, ihn zu beschirmen, wie wenn ein Schiff zerstört wird und seine Bestandteile aufgelöst warden.

  92. 1.14.4.1

    Daher muß notwendig der tote und unbewegliche Leib in vieles sich trennen und auseinandergehen. Denn es geht eine jede Art zu ihrer Masse, bewegt durch die Substanz, indem der Leib fortan nicht die gleiche Festigkeit noch Übereinstimmung hat, sondern wieder in jene Elemente sich scheidet, von welchen er zuvor war, d. h. bevor er in Eine Mischung gemischt und zu der schönen Bildung zusammengesetzt wurde, — somit sein Wässriges in das Wasser, sein Warmes in das Feuer, sein Trockenes in die Erde, sein Kaltes in die Luft, nicht ähnlich der früheren Gestalt; denn nicht ist möglich, daß, indem die Teile sich widerstreitend sind, und indem das Gemeinsame in das jedem Ähnliche verwandelt ist, ihre Mischung bleibe. Daher müssen sie entsprechend ihren Elementen geeint sich wieder sammeln, daß ferner nichts vom Leib nach der Zerstreuung der Glieder ewig erhalten wird, nachdem es durch seine Substanz verschlungen worden ist. Wenn nun jemand <sagt>, das Fleisch werde von demselben, wovon zuvor, gesammelt, so wäre das ähnlich geredet, denn es kam dies Wort unter die Hand. . . Wenn aber auch nicht, so werden wir Gelächter veranlassen, lehren wollend Unmögliches. Denn wie sollen die Teile des Fleisches, welche ein jeder in die Masse der Elemente gegangen sind, für sich deutlich erkannt werden, daß sie weder mit Teilen von andern Leibern noch mit der Masse selbst sich vermischen, damit von eben denselben Teilen ein jeder von uns dasselbe Fleisch nehme?

  93. 1.15.1.1

    Daß ich es dir auch durch einen Beweis noch mehr kund tue, wie es unmöglich ist, auch durch die Natur selbst? Denn siehe, nimm Wein oder Milch oder Blut oder irgendein anderes, welches vermag sic mit Wasser zu mischen, und gieße irgendein Maß ins Meer, und nachdem du dies getan, bringe wieder zurück an seinen Platz, was du ausgegossen, Wein oder Öl, und nimm das Ausgegossene unvermischt mit anderem, d. h. mit Wasser, wenn du auch bei dir phantasierst, daß es bleibt und wird bewahrt, aufgenommen in so große Tiefe des Wassers.

  94. 1.15.2.1

    Denn wie soll das in dieselbe Wassersubstanz mit ihr selbst Vermischte und das geworden, was jenes war, in welches es gegossen und abgegeben worden, in dem, von welchem es genommen worden war, unvermischt mit dem Seinen oder unvermengt bleiben? Aber dies ist nicht möglich. Wundere dich nicht, sie achtend für Fragen eines Ungläubigen.

  95. 1.15.3.1

    Daher ist nicht möglich, daß unser Leib, nachdem die Elemente in die zerteilt worden, aus welchen er zusammengesetzt ist, und zu dem Verwandten von den Elementen zurückgekehrt sind, um zu zerfließen und sich zu mischen mit der Masse, —

  96. 1.15.4.1

    für sich bewahrt werde. Denn es muß von dem Unsern: das eine in das Feuer gehen, d. h. das Warme, das andere wieder in die Erde gehen, d. h. das Fleisch, und einfach ein jedes in das Seine.

  97. 1.15.5.1

    Indem nun das Wasser in alle Substanz des Wassers hinweggeht und das Kalte in die Luft und die andern ebenso in ihre Substanzen, — wie soll ferner der Leib von jenen Teilen, von welchen er zusammengesetzt war, nach euch auferstehen?

  98. 1.16.1.1

    Aber dennoch einen Grund (λόγον) findend, sprecht ihr, daß nach Maß und Grenze Gott von denselben Elementen die in jene hinweggegangenen Teile des Leibes nehme, nämlich das Warme von der warmen Substanz — denn wodurch überwiegt Wärme die Wärme, — das Kalte vom Kalten und das andere der Reihe nach von ihren Arten ebenso, <so daß> deutlich, wie bei dem Bild des Schlauchs, wunderbar gefüllt werde das Leergewordene, denn es ist keine Verschiedenheit, wenn nur dasselbe Maß bewahrt wird. — Aber schaue, was ich dir sage, o Eubulius: das Ausgegossene muß beständig bewahrt werden, wenn es auch von demselben Wasser, in welches es ausgegossen <ward>, sein wird. Es ist aber unmöglich, daß als unvermengte Substanz das im Wasser eingemischte Wasser bewahrt werde. Es ist vermischt und zusammengemengt in Eines nicht nur eines jeden Menschen Wasseratiges, sondern auch der (Meer-?)Ungeheuer und der Tiere und der Vögel. Daher ist Zeit zu sagen, daß auferstehe das Fleisch eines jeden, wieder gemeinsam von den vier Elementen gebildet, aber nicht von demselben, von welchem das Zusammengesetzte vor dem Tode war. Denn wenn ein Künstler viele von Wachs gemachte Standbilder, nachdem er Wachs genommen, mit vielem andern Wachs zusammenschmilzt, [und] andere davon bildend den ersten ähnlich, lehrend zu sagen: es seien dieselben. Denn damals konnte er sagen, dasselbe zu bilden, da er für sich schuf die Bildsäule (w. e. sch. ἄγαλμα τοῦ εἰκόνος), jetzt aber, da er viele in dasselbe zusammengeschmolzen, zusammenschmelzend die Materie eines jeden Bildes, geschah es auch, daß von jenem dieses und <von diesem> jenes viel hat. Denn so reden einige auch von dem Fleisch. Nach dem, daß es (er) von derselben Materie wiederhergestellt wird, wird, es (er) wieder Fleischliches genannt; nach dem aber, daß es nicht von seinen Teilen der Zusammensetzungen ist, von welchen es zuvor war, nicht dasselbe.

  99. 1.17.1.1

    Wenn as aber nun nicht aufersteht, wie die Verhandlung zeigte, ferner nicht dasselbe, sondern ein anderes Neues, so ist euere Rede zerstört, das Sagen, daß teilhaftig werde das Fleisch wie der Arbeit und Plagen, so auch der Kronen der Ehren, und wenn es unmöglich ist, daß das sich mit mühende Fleisch derselben Güter mit der Seele genieße — wie es auch nicht möglich ist, denn unsere obige Verhandlnng hat vielmehr durch vieles gelehrt, wie das Fleisch, welches nicht mit gearbeitet hat, nicht mit der Seele, sei es des Guten, sie es des Bösen, genießen wird —, so hat was für einen Nutzen die Seele, nachdem sie mit dem einen Leib gearbeitet, im Gericht mit einem andern der Ehre zu genießen, oder mit dem einen unterlegen, mit einem andern verdammt zu werden, genötigt ein zweites Fleisch und Blut zu empfangen? Wenn es aber überflüssig ist und unmöglich, daß, während der ihre nicht gegeben werden kann, ein anderer an jenes Statt ihr gegeben werde, so bleibt übrig zu bekennen, daß man den geistigen und nicht zusammengesetzten Leib empfange, mit dem auch im Himmel möglich ist zu bleiben. Denn, spricht der Apostel, »es wird ausgesät ein seelischer Leib und steht auf ein geistiger Leib«.

  100. 1.18.1.1

    Schaue aber nun, wenn dies zu haben auch dir neu scheint, o Eubulius. Denn ich meine, daß auch du dieses in dir selbst erwägst. Daher entweder widerlege und zeige es erlogen, oder es so unwiderlegt und uncorrigiert lassend, weiß ich nicht, wer wird wert achten, diese Dinge ferner zu bekennen. — Und daß Jonas, nicht ausgetrocket im Bauch des Walfisches, nach drei Tagen und drei Nächten gesund und ganz ausgeworfen wurde aufs Land . .

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